So funktioniert unser Sonntagsbraten-Prinzip

Obwohl der Anteil der tierischen Lebensmittel gerade einmal 17 Prozent des gesamten Kalorienbedarfs ausmacht (1), hat die Viehzucht einen direkten Einfluss auf das Klima, die Verwendung von Ressourcen, den Flächenbedarf und die Biodiversität (2). Dabei ist nicht nur die Viehzucht alleine dafür verantwortlich, sondern auch die Landwirtschaft, welche für die Herstellung des Futtermittels benötigt wird (3). Doch was genau hat das Ganze mit Kochen zu tun ? Wir können die Ernährungsentscheidungen, die von jedem alltäglich getroffen werden nutzen, um die Umwelt und unsere Gesundheit positiv zu beeinflussen. Denn letztendlich ist unser Konsumverhalten die größte Macht um den Markt nachhaltig zu verändern. Mit unserem "Sonntagsbratensprinzip" ermöglichen wir euch einen nachhaltigeren Konsum von tierischen Lebensmitteln: Dem Allesesser wird ermöglicht, nicht komplett auf Fleisch zu verzichten, sondern es einmal in der Woche bewusst zu konsumieren. Den Rest der Woche wird dann rein pflanzlich gekocht -  und genau hier kommen wir ins Spiel. Wir wollen alle, vom totalen Kochanfänger bis hin zum Hobbykoch, dazu einladen unsere Rezepte nachzukochen. Der Umwelt und Gesundheit zuliebe wollten wir euch zeigen, dass leckere Gerichte auch ohne tierische Erzeugnisse schmecken. Probiert es aus und werdet Teil unserer Sustainable Diet.

Unser Beitrag zum Klima - Kochen für die Umwelt!


(1) Chemnitz, C. (2018): Endlichkeit der Landwirtschaft, in: Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique (Hrsg.), Fleischatlas 2018, 2. Auflage, Paderborn: Bonifatius GmbH Druck-Buch-Verlag

(2) Food and Agriculture Organisation (2006): Livestocks Long Shadow, Rom: FAO

(3) Noleppa, S. & Cartburg, M. (2015): Nahrungsmittelverbrauch und Fußabdrücke des Konsums in Deutschland: Eine Neubewertung unserer Ressourcennutzung, Berlin: WWF

Wie effizient ist das Sonntagsbraten-Prinzip?

Ich habe das Sonntagsbratenprinzip auf die Probe gestellt und die Rezepte (im Rahmen von meiner Masterarbeit) mit den Daten aus dem NAHGAST-Rechner geprüft. Dazu wurde ein Musterspeiseplan für die Mittag- und Abendmahlzeiten in einem Zeitraum von vier Wochen und drei verschiedene Ernährungsformen aufgestellt und berechnet. Im ersten Schritt wurden die Carbon Footsprints (CO2-Fußabdruck) für jedes einzelne Gericht berechnet und anschließend zusammengefasst. Das Ergebnis des Carbon Footprints der konventionellen Ernährung beträgt 72,5 kg pro Person. Der Carbon Footprint unseres Sonntagsbratenprinzips beträgt 41 kg pro Person und ist somit um 43% geringer als der Carbon Footprint der konventionellen Ernährung. Den niedrigsten Carbon Footprint hat dabei die vegane Ernährung, hierbei lassen sich nämlich 50% der CO2 Emissionen einsparen. 

CO2-Fußabdruck unserer Rezepte

Eine CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln wird schon seit längerem gefordert und natürlich habe ich mir auch Gedanken zu diesem Thema gemacht. Es gibt schon einige Unternehmen, die eine Umweltkennzeichnung für ihre Produkte einsetzen. Diese werden meist in Stufen, nach Noten oder nach dem Ampelprinzip gegliedert, welches die Bewertung für den Verbraucher vereinfachen soll. Aber genau hier sehe ich ein kleines Problem – die Berechnung der Emissionen ist nicht einheitlich. Es gibt verschiedene Methoden die CO2-Äquivalente zu berechnen und genauso viele Unterschiede gibt es auch bei der Bewertung dieser. Aus diesem Grund habe ich mich gegen eine Bewertung entschieden, sondern möchte euch mit den nötigen Informationen versorgen damit ihr eure Entscheidung selber treffen könnt. Dazu habe ich neben dem Carbon Footprint auch einen kleinen Vergleich für euch gemacht. Jedes Rezept wurde mit den tierischen Äquivalenten neu berechnet, statt Tofu wurde beispielsweise Rinderhackfleisch, statt pflanzliche Sahne oder Milch die Kuhmilch benutzt. Die prozentualen CO2-Einsparungen findest Du in der Beschreibung der Gerichte.